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auf dem Weg nach Byron Bay

Donnerstag, 17. Mai 2018

Hier kommt der letzte Blogeintrag geschrieben aus Australien, denn heute Abend geht es für mich schon nach Bali. Ich kann es eigentlich gar nicht so wirklich glauben, dass meine Zeit in Australien schon vorbei ist. Ganze 141 Tage, in denen ich viel Schönes erlebt, gesehen, erfahren, gemacht, gegessen und geträumt habe. Ich sitze gerade noch in der Bibliothek, habe es mir ganz gemütlich gemacht und bin gerade dabei, etwas über Bali zu recherchieren. Cairns - Endstation in Australien, der Weg hierher war auch wirklich voller Überraschungen und tollen Begegnungen. Von Sydney bis nach Cairns habe ich 26 Tage gebraucht und bin ungefähr 2.800 Kilometer gefahren. Gleich schon am ersten Tag raus aus Sydney habe ich mich wieder mit Johanna und Richard in Anna Bay getroffen, wir haben zusammen gecampt und am nächsten Tag haben wir einen super schönen Strandspaziergang gemacht - aber es war mal ein etwas anderer Strand - nämlich eine Sanddüne. Ich dachte wirklich, ich sei in der Wüste. Überall so viel Sand. Und Kamele gab es auch. Unglaublich. 
Alleine ging es dann wieder für mich weiter und eigentlich habe ich nie so wirklich ein Ziel gehabt. Ich bin immer drauf losgefahren, so nach dem Motto: mal schauen, wo ich lande, was ich sehe oder wen ich treffe. So bin ich dann auch in Port Macquarie angekommen, habe einen echt coolen Spot gefunden, mit tollem Blick aufs Meer. Ich war gerade dabei, mein Auto etwas aufzuräumen und das Essen rauszuholen, da stand ein Mann hinter meinem Auto und meinte ich soll mal aufs Wasser schauen … und was es da zu sehen gab, habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden! Haha. Aber wir kamen ins Gespräch und machten spontan eine Felsenwanderung am Strand. Wir haben uns richtig gut unterhalten und er hat mir viel Interessantes erzählt. Nigel heißt der Gute, der mir lokale Spots in der Stadt gezeigt hat, mich bei sich im Garten schlafen lassen hat, mir schöne Steine geschenkt hat, mir viel Essen für meine weitere Reise mitgegeben hat und einen Kochtopf geschenkt hat. Danke! Zum Abschied hat er noch mein Auto gecheckt, und meinte, dass es ein gutes Auto ist, alles in Ordnung sei und ich sicher weiterfahren soll. 
NIGEL
Entlang der Küste habe ich ab und zu ein paar Stopps eingelegt, bis ich dann endlich in Byron Bay angekommen war. Byron Bay - jeder spricht davon; alle sagen, es sei dort besonders schön, entspannt, man will gar nicht mehr weg … und ja, was soll ich sagen? Es ist ein magischer Ort, mir hat es sehr gut gefallen und bin auch viel länger geblieben, als ich eigentlich vor hatte. Es ist ein Urlaubsort, alle sind entspannt drauf, es gibt viele tolle Cafés, Restaurants, Märkte und Geschäfte. Leute verkaufen ihren selbstgemachten Schmuck, Schirme, Hütte oder was auch immer.
Am Strand treffen sich Leute, um gemeinsam Yoga zu machen, sich auszutauschen, zu essen und im Wasser sieht man viele Surfer. Zum Sonnenuntergang treffen sich jeden Abend ein paar Leute, um gemeinsam Musik zu machen - der sogenannte Drum Circle. Trommel- und Trompeten-Musik. Und auch in den Straßen fanden jeden Abend kleine Konzerte von Musikern statt. Es ist einfach eine tolle Atmosphäre! 
Surfer und Delfine (rechts im Bild) warten auf gute Wellen :)
Natürlich ist es in Byron Bay so wie auch in jeder anderen Stadt, verboten im Auto zu schlafen. Ich schaute und hörte mich also um, wo ich einen guten Platz finden könnte. Und dann traf ich Stan und er meinte, hier in der Stadt ist es etwas schwierig und gab mir Tipps, wo ich hinfahren könnte. Im Endeffekt habe ich dann doch eine Woche lang mitten in der Stadt still und heimlich geschlafen und wurde nicht erwischt. Stan und ich haben uns dann so gut verstanden, dass er mich gefragt hat, ob ich Lust auf surfen hätte. Er sei mit Freunden verabredet und er hätte für mich auch ein Surfboard und Neoprenanzug. Cool dachte ich mir und natürlich ging ich mit. Es hat echt Spaß gemacht und ich war glücklich, dass er mir noch ein paar Tipps erzählt hat. Ich denke, ich werde in Bali auf jeden Fall nochmal surfen gehen. Hier in Australien war es mir einfach zu teuer. Eine Stunde surfen für 20 Dollar … da gebe ich das Geld lieber für Essen aus. Haha. 
Und das habe ich mir in Byron Bay auch öfter mal gegönnt. Essen gehen. Oh ich liebe es einfach, wenn das Essen so schön angerichtet ist. Toll. 
Speisekarte im Kombi-Restaurant, ich habe es geliebt!
Hier gabs die leckeren und schönen angerichteten Leckereien!
Auch meine Kamera kam etwas mehr zum Einsatz und ich habe auch ein Mädchen spontan angesprochen, ob sie Lust auf ein kurzes Shooting hätte. Sie hatte Lust und war auch lustigerweise ein deutsches Mädchen. 
Tabea
Es hat sich in Byron Bay sehr gut aushalten lassen. Ich habe coole Leute getroffen, nette Gespräche gehabt, schönes Fotos sind entstanden und jetzt weiß ich, dass Byron wirklich toll ist.


Liebst, Karoline


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Hier noch ein paar Fotos:

selbstgemachte Sommerrollen, mh lecker!!
tolles Farbspiel, allein deswegen hat es mir schon gut geschmeckt!
zu Besuch auf einem Farmermarkt in Byron Bay
zu Besuch auf einem Farmermarkt in Byron Bay
LOVE IS THE ANSWER


Ich habe mir ein Auto gekauft.

Freitag, 4. Mai 2018


Hallo an alle lieben Leser/innen,

mit kleiner Verzögerung kommt nun auch wieder ein Eintrag von mir und ich freue mich, dass ihr da seid. Wie ich mitbekommen habe, beginnt bei euch die Frühlingszeit und eure Tage sind wieder länger, wie schön - und auch länger als meine Tage. Hier geht die Sonne 6.15 Uhr auf und 17.30 Uhr schon wieder unter…
Ich möchte euch gerne weitererzählen, wie es für mich ab Adelaide weiterging. Ich bin so glücklich darüber, dass ich in Adelaide einen Stopp eingelegt habe - denn ich habe mir dort ganz spontan mein wunderbares Auto gekauft.
mein FLITZER :)
Seit dem 14. Februar bin ich Besitzerin eines Autos und es hätte nicht besser sein können. Jeden Tag bin ich dankbar dafür, es ist so befreiend und einfach, mit meinem Auto durch Australien zu reisen. Ich bin flexibel und habe immer einen sicheren Schlafplatz. Perfekt. Mittlerweile hat mich mein Flitzer auch schon 4.000 Kilometer weit gebracht, echt verrückt! Da ich nun flexibel war, entschied ich mich in Adelaide gleich im Anschluss wieder etwas Geld zu verdienen und habe einen Farmjob in Mildura bekommen - Weintrauben pflücken. Wollte ich so gerne mal ausprobieren und jetzt weiß ich, wie anstrengend es ist. Morgens um kurz vor 7 Uhr war Treff und dann hat jeder „Pflücker“ seine Reihe bekommen und dann gings auch schon los. 
Die Trauben waren echt lecker.
Vor mir stand ein Wagen mit Kartons, in den jeweils 10 von diesen 1kg Taschen reinkommen. Weintrauben habe ich mit einer Schere abgeschnitten, die nicht guten und essbaren Trauben mussten weggeschnitten werden und dann ab in die Tüte - und das habe ich dann bis 16/17 Uhr gemacht - wow! Am Anfang hat es noch ein bisschen Spaß gemacht und die Trauben haben auch echt super lecker geschmeckt - aber dann wurde es einfach immer langweiliger, es war heiß und das Geld war mir für diese Arbeit nicht genug. Es gab für eine 10kg Box 2,50 Dollar - wenn ich gut war habe ich 6 Boxen in einer Stunde geschafft, wenn ich zwischendurch gegessen, geschwitzt, gelacht habe oder die Trauben einfach beschissen waren, dann waren es nur 4-5 Boxen! Da es mir zu wenig war, wurde mir angeboten morgens in der Scheune beim verpacken der Trauben zu helfen. 
Scheune
Fließbandarbeit - war auch mal interessant, dass mitzumachen, aber nach 10 Tagen habe ich mein Geld genommen und bin mit meinem Auto weitergezogen. Juhu war ja jetzt flexibel und das war und ist es immer noch so ein super Gefühl. Mein nächstes Ziel sollte Melbourne sein und auf dem Weg dorthin bin ich auf der Great Ocean Road gefahren, eine 244km lange Straße, bekannt bei allen Touristen, aber auch sehr sehenswert, weil die Straße direkt am Meer lang führt und es ein toller Anblick ist. Zwischendurch habe ich mir coole Schlafplätze gesucht und hab es mir einfach in meinem Auto gutgehen lassen. 
Blick aufs Meer
War eine entspannte kurze Reise nach Melbourne. Und auf dem Weg dorthin habe ich auch wieder total spontan und unerwartet ein Festivalticket gekauft - ein Mädchen hat bei Facebook in einer Backpacker Gruppe eine Anzeige online gestellt, dass sie ihr Volunteer Ticket abgeben möchte und ich habe es bekommen. Volunteer heißt, dass ich auf dem Festival arbeiten darf und dafür das Ticket for free bekomme. Guter Deal, denn so habe ich mir 350 Dollar gespart - so viel hat ein Ticket für das Festival gekostet. Das Festival war unglaublich cool. Es war mitten im Busch, alles wurde dorthin gebracht - Strom, Wasser, Essen, Technik - everything! Ich hatte meinen Spaß, habe sehr viel getanzt und wunderbare Menschen kennengelernt! Besonders habe mich sehr darüber gefreut, MARIA kennenzulernen! Ich bin so dankbar, dass sich unsere Wege gekreuzt sind, es soll(te) alles so sein! 
MARIA
Nach dem Festival hat Maria mich gefragt, wie mein Plan für Melbourne ist und ob ich nicht mit ins Squathouse, dort wo sie vorübergehend wohnt, mitkommen möchte. Was ist ein Squathouse? - in Deutschland kennen wir es unter besetze Häuser; Häuser die leer stehen und von Leuten „bezogen“ werden, jedoch ohne etwas zu zahlen. Es war eine für mich sehr bereichernde, kreative und suuuuper Zeit. Ich habe drei Wochen in Melbourne in dem Haus gewohnt; es war ein ständiger Wechsel von Leuten, aber so ungefähr waren wir immer um die 15 Leute. Alle waren so kreativ, offen und reisebegeistert. Ich habe mich vom ersten Tag pudelwohl in Melbourne gefühlt und bin total angekommen. Ich war wirklich fast jeden Tag bei „Lentils as anything“ essen und habe dort auch als Volunteer gearbeitet - tolles veganes Restaurant! Es läuft nach dem Motto: pay as you feel - zahle so viel für dein Essen, wie du hast oder magst. Und das Essen war ein Traum!
alles vegan und super lecker!
Danke für das super gute und gesunde Essen! Nebenbei habe ich noch in einem Theater an der Bar gearbeitet, ich habe einem Australier Deutschunterricht gegeben, habe in einem Massagestudio an der Rezeption gearbeitet und habe durch ein paar Fotoshootings Geld verdient. Ja das hat schon echt Spaß gemacht. Ich bin verzaubert von Melbourne! Doch auch in Melbourne war es nach drei Wochen Zeit für mich weiterzuziehen … der Abschied war schwer doch ich wusste, dass ich noch eine weite Strecke bis nach Cairns vor mir hatte also hieß es: its time to say goodbye, next city: Sydney!
auch ich war da, ja! Opera House in Sydney
Melbourne - Sydney sind ungefähr 1.000 Kilometer Fahrtzeit und ich habe es jedoch total genossen, wieder in der Natur zu sein und habe mir richtig Zeit gelassen und bin 6 Tage entspannt gereist. Wenn ich alleine unterwegs war, bzw bin genieße ich einfach gerne die Natur, laufe viel, gehe wandern, ich male total gerne, mache Fotos, kreiere meinen eigenen Schmuck, ich bastel, schreibe meine Gedanken und Ideen auf und denke über mich und die Welt nach. Wirklich total schön und wohltuend für meine Seele. Als ich dann nach den paar Tagen in Sydney angekommen war, war ich auch wieder total im Getümmel. Sydney war auf dem ersten Eindruck echt krass, groß - ich hatte gleich schon wieder Lust auf Natur - also ging es mit einem Mädchen, die ich kennengelernt habe in die Blue Mountains.
Wir hatten zwei coole Tage, sind cool gewandert und das Beste an dem Trip war: Ich habe eine alte Freundin Hanna aus Neubrandenburg und ihren Freund getroffen. Wir wussten voneinander, dass wir in Australien sind, doch unserer Treffen in den Blue Mountains war dann doch sehr spontan und total schön, jemanden aus der Heimat zu treffen.
Johanna
Mit den Worten: „Wir sehen uns bestimmt nochmal in Australien“ haben wir uns verabschiedet. Zurück in Sydney angekommen, habe ich mich gefreut, dort meine Cousine und ihren Mann zu treffen - die beiden sind zum Urlaub machen in Australien gewesen und ich habe mich sehr gefreut, euch zu treffen. Nach dem ganzen Stadtgetümmel und das heimliche nachts im Auto schlafen, wollte ich wieder weiter in die Natur - an der Ostküste entlang.


Liebst, Karoline


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Hier noch ein paar Fotos:




Mein Weg zu der Farm!

Mittwoch, 7. März 2018

… jetzt war ich also so ganz alleine in Australien und das Backpacker-Leben startet so richtig. Und um so wenig Geld wie möglich für eine Unterkunft auszugeben, suchte ich mir ein schönes Hostel in Perth raus und buchte dort ein Bett in einem Mädchen-Raum für vier Nächte. Das Hostel sah auf den Bilder total super aus, in Wirklichkeit war es ein bisschen anders, aber trotzdem vollkommen ok, um hier für ein paar Tage zu bleiben. 
Hostel in Fremantle
In meinem Zimmer war nicht so viel los, alle waren sehr schweigsam, waren viel am schlafen und manchen verließen das Zimmer nicht - so kam es mir vor! Dafür war im großen Aufenthaltsraum umso mehr Getümmel, es war wirklich immer was los. Alle Leute kommen zusammen, egal welches Alter, Nationalität oder Geschlecht - spielen Billiard, kochen zusammen, malen, trinken Bier oder was auch immer. Ich war selbst etwas überrascht, wie viele ältere (50/60 Jährige) in dem Hostel waren, davon waren manchen auch etwas verrückt drauf. Und nicht zu vergessen: Deutsche habe ich natürlich auch getroffen.. Für mich war es jetzt an der Zeit, meinen ersten Job in Australien zu finden. Ich habe mir im Vorhinein meinen Lebenslauf 50 Mal ausdrucken lassen und damit zog ich los in die Stadt. Ich hatte mir überlegt, dass ich gerne für zwei Monate in einem Cafe oder Restaurant arbeiten möchte, also habe ich überall, wo es mir gefiel, meine Bewerbung abgeben und hatte dabei immer ein ganz gutes Gefühl. Parallel habe ich auf der Internetseite Gumtree, was ungefähr ähnlich ist wie Ebay bei uns, nur das hier noch viele Jobs angeboten werden, nach Jobanzeigen gesucht. Eine Alternative war für mich auf einer Farm zu arbeiten. Ich suchte, recherchierte, schrieb Mails … hab so viel Zeit mit der Jobsuche verbracht, doch bisher kein Erfolg. Ich hatte etwas Zeitdruck, da ich ja nur bis zum 18. Januar meine Unterkunft gebucht hatte und nun nicht genau wusste, was ich als Nächstes machen sollte. Dann habe ich auch noch von ein paar Leute aus dem Hostel gehört, dass sie einen Job gefunden hatten … oh da war ich kurz verzweifelt. Doch im gleichen Moment bin ich zufällig auf eine Anzeige im Internet gestoßen, dass mitten in Perth ein bezahlbares Zimmer in einer WG frei wird. Ich habe gar nicht lange überlegt und habe gefragt, wann ich vorbei kommen kann. Am nächsten Tag stand ich dann schon in der Wohnung und war begeistert. „Luxus-Appartement“ stand unten am Eingang, es gab einen Pool, Sauna und ein Fitnessstudio - ich konnte es selbst nicht wirklich glauben. So schnell änderte sich also mein Plan: WG-Zimmer in Perth und hier weiter nach einem Job suchen! Ich habe mich gleich super mit der einen Bewohnerin verstanden und erzählte ihr von meiner Jobsuche. Sie gab mir den Tipp, selbst eine Anzeige bei Gumtree online zu stellen „Ich suche einen Job“. Gleich nachdem ich die Wohnung verlassen habe, schrieb ich eine Stellenanzeige und jetzt hieß es: warten auf die Zusage, dass ich das Zimmer bekomme und warten, bis sich einer bei mir meldet, der einen Job für mich hat. Nachdem ich die Anzeige online gestellt habe, schaute ich auf einer Backpacker-Facebook-Seite und habe eine Stelle als AuPair entdeckt. Auch das käme für mich in Frage, also habe ich mich bei der Frau gemeldet und wir haben ganz spontan einen Kennlerntreffen noch am gleichen Tag vereinbart. Auf dem Weg zurück zum Hostel habe ich bereits die ersten Nachrichten auf meiner Anzeige bekommen, unter anderem von Geoff: „I have a sheep farm near by Newdegate. If you are interested then call me!“ - Schaf Farm … ok warum nicht dachte ich mir und habe sofort angerufen. Am Telefon habe ich so gut wie nichts verstanden, weil er so einen englischen Dialekt hatte, ich bezeichne es gerne als Nuschel-Englisch. Im ersten Moment dachte ich noch ich verstehe ihn so schlecht, weil ich in der Bahn saß, aber das zweite Gespräch im Hostel war genauso. Ich habe nur verstanden, dass er viele Schafe hat, er nach Perth kommt und mich abholen kann, er wird mir alles beibringen und wenn es mir nicht gefällt, kann ich auch wieder zurück nach Perth. Okaaaaay alles klar! Nachdem ich noch ein paar Informationen per Nachricht erfragt und bekommen habe und wir uns bei Facebook befreundet haben, hatte ich ein gutes Gefühl und so stand fest: Ich werde auf einer Farm arbeiten.
Es hat alles perfekt gepasst - mein letzte Nacht im Hostel und am nächsten Morgen wurde ich direkt von der Tür abgeholt. Ich war etwas aufgeregt, fünf Stunden Autofahrt standen bevor. Mein erster Endruck war sehr sympathisch, cooler Typ und wird bestimmt eine coole Zeit auf der Farm. Die Autofahrt ist schnell vergangen, er hat sehr sehr viel erzählt, wovon ich gefühlt nur 50% verstanden habe.
vordere Ansicht vom Haus
Eingang
Angekommen - mitten im Outback oder Busch - wie auch immer man es nennen möchte, auf jeden Fall war hier weit und breit nichts. Die Farm ist ca. 3.000 Hektar groß und 1.000 nutzt er davon gerade nur - wenn ich ihn richtig verstanden habe. Groß oder? 3.000 Hektar sind ungefähr 5,48km Länge und 5,48km Breite - um sich das mal vorstellen zu können. Wie genau die Maße von der Farm sind, da habe ich keine Ahnung. Ich kann euch nur sagen, sie ist unendlich groß! Soooo groß, dass man auf jeden Fall immer mit dem Auto unterwegs ist. Und davon hat er genug, 6 Stück und dazu kommen noch Trecker und Mähdrescher und Motorbikes. Unglaublich! Am Anfang kam ich gar nicht zu Recht mit der Orientierung, alles sah gleich aus. Wie soll ich hier nur zurecht kommen? Zur Hilfe habe ich eine Map von der Farm bekommen, so konnte ich mich etwas orientieren. Die Farm bestand aus einem Haus mit allem drum und dran, Scheune, Schuppen, vier Ponys, viele viele wilde Kängurus, 1000 Schafe und nicht zu vergessen die Haustiere: der unglaublich süße Hund Corona und das Haus Känguru, von dem ich leider den Namen vergessen habe.
Ich war ganz alleine mit Geoff auf der Farm, da seine deutsche Frau mit den zwei Kindern gerade Urlaub im kalten Deutschland machte und er in drei Wochen nachfliegen wollte und ich die farm für zwei Wochen alleine hüten sollte. Dafür hat er mir in den kommenden Tagen alles gezeigt, auf was ich achten muss, und auch so hatte ich jeden tag zu tun. Frühstück gab es 7.30 Uhr und um 8 Uhr ging es meistens los mit der Arbeit. 12/13 Uhr war immer Mittagspause, in der ich meistens für uns beide Essen gemacht habe und danach ging es weiter - je nachdem, wie das Wetter war und was es noch zu tun gab. Es war manchmal nämlich verdammt heiß! Meine Aufgaben auf der Farm waren:
- Draht Zäune reparieren
- Rasen mähen
- Bäume beschneiden
- Beete pflegen und haken
- Truck von innen sauber gemacht, wo später Quinoa eingefüllt wurde
- Haus putzen (da seine Frau im Haus ja fehlte)
- Mähdrescher sauber machen (mit dem Kompressor das Stroh rauspusten) - hat ganz schön viel Spaß gemacht, war aber echt dolle staubig
- Schuppen aufgeräumt
- Schafe von einem Feld ins andere Feld umdisponiert
- die Pferde auf der Farm suchen
- einkaufen
- Pfirsiche vom Baum pflücken
- Unkraut vom Feld mit dem Sparten entfernen
- Autos sauber machen, wieder der Spaß mit dem Kompressor
- seine Steuererklärung - ja obwohl ich selbst keine Ahnung habe! - gemeinsam haben wir es geschafft!
- Scheune sauber machen, erst alles mit dem Kompressor rauspusten und dann mit dem Wasser nochmal nachspritzen!
Den Truck habe ich von innen gesäubert und dann haben wir Quinoa hinein gefüllt.
QUINOA
DAS UNKRAUT, was ich vom Feld entfernt habe!
Geoff hat den Igel von der Straße gerettet - ganz schön stachelig!
CORONA war immer mit dabei! 
Zusammen mit Geoff sind wir oft nach den Schafe gucken gefahren, ob alles ok ist und an einem Tag wurden die Schafe „sortiert“, welche zu verkaufen sind und welche nicht. Ach die armen Schafe, es sind schon ein wenig trottelige Tiere, die die ganze Zeit am rummähen sind. Mäh määh möäh! An einem Abend war Geoff aus und ich war alleine auf der Farm, lag in meinem Bett und alles war gut - doch der Wind konnte manchmal sehr unheimlich klingen und in dem Moment stand für mich fest: Hier möchte ich keine zwei Wochen alleine bleiben und habe Geoff darüber informiert. Er hat es verstanden, musste nun aber noch kurzfristig jemanden anderen finden, der für zwei Wochen auf seine Farm aufpasst. Und so hatte ich das Vergnügen, Louisa - auch eine deutsche Backpackerin - kennenzulernen und mit ihr meine letzten vier Tage auf der Farm zu verbringen. Inzwischen hatte ich mir überlegt, dass ich gerne nach Melbourne möchte, es bestand die Option zu fliegen oder mit dem Auto? Auto bedeutet, ich muss Reisepartner finden, die den gleichen Plan haben, wie ich! Und mittlerweile bin ich ein großer Fan von Facebook, weil es dort super coole Australia-Backpacker Gruppen gibt, wo ich glücklicherweise Alex gefunden habe, der am 10.02.2018 nach Melbourne losziehen wollte! COOL! Er wollte aus Perth starten und mich von der Farm, die sozusagen so fast (mit kleinem Umweg) auf dem Weg liegt, mit noch zwei anderen Jungs abholen. Insgesamt war ich nun 23 Tage auf der Farm, es war der 10. Februar - Geoff verlass das Haus zeitig, um seinen Flieger nach Deutschland zu schaffen und so waren Louisa und ich alleine. Ich hatte damit zu tun, mein Zeug zusammen zu packen und auf die Jungs zu warten. Diesen meinten, sie würden aus Perth ca. 11 Uhr starten, wollen sich unterwegs noch ein paar Sachen anschauen und sind gegen späten Nachmittag bei mir. Nach langem Warten und großer Aufregung, dass die Jungs verschollen sind, weil ich lange nichts von ihn gehört hatte, standen sie dann Abends um 22 Uhr vor der Tür und meinten, dass sie sich etwas mit der Zeit verkalkuliert hätten, den Weg nicht so leicht gefunden hätten und haben gefragt, ob sie denn bei uns im Garten ihre Zelte aufschlagen dürften. Es war wirklich sehr lustig! Am nächsten Tag startete ich zusammen mit Alex, Peter und Simon Richtung Melbourne.
Peter - konnte gefühlt alle HipHop Lieder mitsingen, Alex - guter Autofahrer und post gerne vor der Kamera und Simon - verrückter Landwirt, der bei jeder Kuh und Trecker, die wir unterwegs gesehen haben, ausgerastet ist, weil er sich so gefreut … und wir haben viele Kühe und Maschinen gesehen! Jungs, wenn ihr das hier lest: nice to meet you! Genächtigt haben wir auf kostenlosen „Rastplätzen“ - es gibt dafür eine super coole App, wo man unter anderem alle kostenlosen Campingplätze findet und auch Toiletten, Tipps zum anhalten und so weiter.
Wir sind relativ zügig gefahren und irgendwie ging mir das zu schnell und ich hatte da Gefühl, ich stoppe in Adelaide und fahre von dort etwas ruhiger und entspannter weiter. Alex musste nämlich zu einem bestimmten Zeitpunkt in Melbourne sein und da ich keinen Zeitstress hatte, entschied ich spontan dafür, in Adelaide zu bleiben.
 PS: Ich hatte eine so unglaublich tolle Zeit auf der Farm! Ich hatte meine Höhen und Tiefen, bin an Erfahrungen reicher geworden und habe viel dazu gelernt. Vielen lieben Dank Geoff!

Liebst, Karoline


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Hier noch ein paar Fotos:

**Geoff und ich beim Motorbike fahren**



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